Der Komponist - worauf es ankommt

Der Komponist – worauf es ankommt (1)

So. Du hast dich also entschieden, Komponist zu werden, Komposition zu studieren oder das Handwerk auf eine andere Art zu erlernen.
Dein Weg ist hart und voller Hindernisse. Aber man wächst ja bekanntlich mit der Herausforderung. Ein paar gut gemeinte Ratschläge möchte ich hier festhalten, vielleicht sind sie einem angehenden Komponisten ja hilfreich.

 

Meine ersten Gedanken drehen sich um das Thema Aufführung. Nahezu jeder Komponist spielt Klavier (oder ein anderes Instrument), viele beherrschen es auf hohem Niveau. Und tatsächlich ist dies äußerst praktisch und hilfreich: Schnell ist ein Ensemble gegründet, um die eigene Musik aufzuführen. Sehr praktisch hierbei ist: Man ist der Gunst (oder Missgunst) anderer ausführender Musiker nicht komplett ausgeliefert.
Und das trifft auch schon den Kern des heutigen Themas: Mehr oder weniger ist man immer der Gnade anderer Musiker ausgeliefert. Mit steigender Ensemblegröße einer der wichtigsten Faktoren. Spätestens beim Streichorchester (oder Kammerorchester) kommt es zum Anstieg dieser Komplexität. Denn ab einem gewissen Zeitpunkt ist ein Dirigent vonnöten.

Der Dirigent ist doch das Bindeglied zwischen Komponist (oder Komposition) und den ausführenden Musikern. Und glücklich ist der Komponist, der einen hervorragenden Dirigenten zum Freund hat. Das ist aber nicht immer der Fall, und nur selten kann man sich den Dirigenten frei aussuchen. Darum ohne weitere Umschweife zum Knackpunkt:

LERNE DIRIGIEREN!!

Sollte das Komponieren das Zentrum deines musikalischen Schaffens sein, solltest du zumindest anfangs einen wesentlichen Teil deiner Arbeitszeit in das Erlernen des Dirigierens stecken. Und solltest du Komposition studieren, aber die Aufnahmeprüfung zum Dirigentenstudium nicht schaffen (oder der unterrichtende Lehrer an deinem Kons/deiner Uni nichts taugen oder sollte dieses esentielle Fach etwa gar nicht angeboten werden) dann nimm bei einem guten Lehrer Privatstunden!

Wozu? Nun, ein jeder Dirigent hat eine Vorstellung deines Stückes (“Interpretation”). Natürlich kannst du viel Zeit investieren, ihm deine eigenen Vorstellung zu erläutern. Doch was ist wohl naheliegender, als gleich selbst den Taktstock zu schwingen? Im Endeffekt umgeht man einen Risikofaktor.

Ein weiterer Punkt ist der pädagogische Hintergrund der Ausübung dieser Tätigkeit. Du wirst lernen, wie der Orchesterapparat funktioniert. Bald über die Möglichkeiten der Instrumentengruppen oder der einzelnen Instrumente Bescheid wissen. Viel über die Dynamik innerhalb des Orchesters lernen. Wie hält man die Musiker bei der Stange? Wie notiere ich Dinge, damit sie rasch aufgefasst und umgesetzt werden können?
Und nicht zuletzt lernst du auf direktestem Weg das Handwerk der Orchestrierung.

Worauf wartest du noch?